Vortrag am 13. Dezember 2019 vor Schülerinnen und Schülern des Valentin-Heider-Gymnasiums Lindau

mit Helmut Wahl, Hauptverwaltung in Bayern, Stab des Präsidenten

Am 13.12.2019 hatten wir, die Schüler des Wirtschaftskurses der Q12 die Chance, einen Vortrag zum Thema „Die Geldpolitik des Eurosystems“ zu hören. Referent war Herr Helmut Wahl, Mitglied des Stabs des Präsidenten der Münchener Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank.

Die Deutsche Bundesbank hat ihren Hauptsitz in Frankfurt am Main. Der Präsident der Deutschen Bundesbank ist Herr Jens Weidmann, welcher Deutschland auch im Rat der europäischen Zentralbank (EZB) vertritt.

Die Agenda des Tages lautete:

  1. Das Eurosystem und die Bundesbank
  2. Das Ziel der Geldpolitik: Preisstabilität
  3. Wie funktioniert Geldpolitik?
  4. Die Geldpolitik in Krisenzeiten
  5. Auswirkungen aktueller geldpolitischer Maßnahmen
  6. Wie geht es weiter?

Grundidee der Europäischen Union (EU) war es, eine Solidar- und Stabilitätsgemeinschaft zu bilden, als deren „Krönung“ dann eine gemeinsame Währung eingeführt werden sollte. Da die politische und wirtschaftliche Einheit schwierig war, wurde zuerst in einigen Ländern eine gemeinsame Währung eingeführt; so sollte „die Währungsunion innerhalb der EU als Lokomotive voraus gehen“, wie Herr Wahl das bezeichnete. Das Problem hierbei ist jedoch, dass sich viele Länder nicht an die vereinbarten Regeln wie z.B. die Obergrenze für Staatsschulden halten oder hielten.

Preise im Gleichgewicht halten, die sogenannte Preisstabilität, das ist die Hauptaufgabe der EZB. Besonders wichtig hierbei ist die Unabhängigkeit der europäischen Notenbanken von den Regierungen der Mitgliedsstaaten, so werden auch keine Kredite an diese vergeben, da sonst die Gefahr einer Inflation droht. Inflation einzudämmen ist Notenbanken in der Regel möglich, zum Beispiel durch Erhöhung der Zinsen. Viel gefährlicher ist jedoch eine Deflation, da diese oft in einer Finanz- und Wirtschaftskrise endet. Deswegen lassen die Notenbanker das Preisniveau tendenziell lieber minimal steigen, um eine Deflation zu verhindern.

Zum Thema, wie Geldpolitik funktioniert, führte Herr Wahl eine Diskussion mit Schülern zur „Transmission geldpolitischer Impulse“. Mit der Finanzmarktkrise und Staatsschuldenkrise, was in Griechenland fast zu einem Staatsbankrott geführt hätte, senkte der EZB-Rat die Zinsen bis auf Null und kauft den Banken in großen Mengen vor allem Staatsanleihen ab, um eine Deflation zu vermeiden.  Die niedrigen Zinsen haben große Vorteile z.B. für diejenigen, die ein Haus kaufen oder bauen wollen, schaffen aber auch große Probleme z.B. für Sparer und Banken.

Herr Wahl beendete seinen Vortrag mit dem Wunsch an uns, dass wir in unserem Leben die Waage aus Geldverdienen und Karriere einerseits und unserem persönlichen Glück anderseits finden werden. Und vor allem: Unsere Zukunft hängt von uns ab, es liegt an uns, was wir daraus machen.

Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Wahl für diesen tollen und aufschlussreichen Vortrag!

Johanna Nohl, Q12